Zum Express-Artikel gab es einen Kommentar in der SvB-Show auf
GayWebRadio.de
http://www.gaywebradio.de/svbshow.htm
Weg vom Kommerz zurück zu den Wurzeln - das sind die Hintergründe der Kölner Linken-Gruppe "queergestellt", die in diesem Jahr erstmalig eine zweite schwullesbische Demonstration in Köln veranstalten. CSD, Christopher-Street-Day, der Aufstand in Stonewall aus dem Jahre 1969. Viele jungendliche Homosexuelle haben entweder schnell vergessen oder aber nie gewusst was eigentlich genau an diesem 28. Juni 1969 in der Christopher Street in New York passiert ist.
"Da war bestimmt so ne mega geile Party wie hier. Voll korrekt!", gröhlte der 18jährige Martin noch im vergangenen Jahr in ein GayWebRadio.de Mikrofon. Am Rande der Parade. Auf Nachhaken, was genau das für eine Party gewesen sein soll antwortete er nach kurzem Überlegen: "Keine Ahnung. Irgendwas mit Schwulen!".
Die Kommerzialisierung und der ausschließliche Partycharakter für viele Teilnehmer des CSDs ist gerade vielen Gruppen und Vereinen ein Dorn im Auge. So suchte auch das ehemalige Düsseldorfer Lesben- und Schwulenzentrum viele Jahre mit großen Mühen nach Finanzierungsmöglichkeiten für die bloße Paraden-Teilnahmegebühr. Die Refinanzierung einer Veranstaltung in der Größenordnung des Kölner CSDs macht den Verantwortlichen, dem Kölner Lesben- und Schwulentag, nicht minder Sorge. Die Besucher und Teilnehmer wollen es groß, bunt, laut und auch ein bisschen schrill. So etwas kostet eben und reine Sponsoren werden weniger.
Angesichts der geplanten zweiten Demonstration der Gruppe "queergestellt", forderte der Kölner Express am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe die Leser auf: "Zweiter CSD geplant - Linke wollen weniger Kommerz Was wollen Sie Stimmen Sie ab!" - Es bleibt fraglich, ob bei einer geplanten Demonstration für die Gleichstellung Homosexueller die Wertung des geneigten Expresslesers von Wichtigkeit ist. Vielmehr sind es aber die möglichen Antworten des Votings selber, die einen den Kopf schütteln lassen:
"Süße Jungs in knappen Shorts, harte Mädels auf schweren Maschinen: Die Parade der Schwulen und Lesben zum Christopher Street Day (CSD) ist ein Millionen-Spektakel. Zu viel Kommerz meinen jetzt linke Homos und veranstalten ihre eigene Demo. Was sagen Sie dazu?" Die möglichen Express-Antworten:
1. "Ein CSD ist mehr als genug"
2. "Super, je mehr Feten, desto besser"
3. "Mir egal, ich feier eh nur Karneval"
Wie dringend erscheint eine zweite Demonstration angesichts solcher Auswahlmöglichkeiten? Der Express Online-Artikel über eine zweite Demonstration in Köln schließt dann mit folgender Frage: "Muss das denn wirklich sein?" Danke Express, das fragen wir gerne zurück!
Stephan von Braun - GayWebRadio.de
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